Kimchi, Sauerkraut und Co. landen bei mir nur selten auf dem Teller; ein Gläschen Wein gönn ich mir allerdings gerne mal. Was das mit Naturkosmetik zu tun hat? Einiges! Denn sie alle vereint ein Prozess, der sie länger haltbar macht und dabei auch noch das Beste aus ihnen herausholt: die Fermentation. Seit einiger Zeit gibt es auch im Naturkosmetikbereich Firmen, die mit fermentierten Inhaltsstoffen arbeiten. Gehypte Brands wie Whamisa haben den Trend aus Korea nach Europa gebracht. Oceanwell aus Kiel setzt sogar seit jeher auf die Fermentation seines Hauptwirkstoffes, der Laminaria-Alge. Warum und was da genau passiert, das hat Frau Dr. Inez Linke von Oceanwell beantwortet.

 

Frau Dr. Linke, was genau ist Fermentation?

Das Prinzip der Fermentierung beruht auf der Umwandlung organischer Stoffe durch Mikroorganismen (z.B. Bakterien, Pilze oder anderen Zellkulturen), um sie länger haltbar zu machen. Im Food-Bereich kennen wir dieses System als Gärung bei Sauerkraut oder Joghurt. Das Besondere: Es entstehen zusätzlich in feinsten Molekülen hochkonzentrierte Vitamine und Mineralstoffe, die vom Körper besonders effektiv aufgenommen werden können.

Warum werden die Laminaria-Algen fermentiert?

Durch die Fermentierung werden sie so aufgeschlüsselt, dass dabei neue hautfreundliche Substanzen und Moleküle, z.B. Vitamine, Antioxidanten und Aminosäuren sowie verschiedene Feuchthaltefaktoren freigesetzt werden und ihre straffenden sowie glättenden Eigenschaften optimal entfalten können. Ein ganz großes Plus: Der bei der Fermentation auf natürliche Weise entstehende Alkohol konserviert, so dass keine zusätzlichen Konservierungsmittel nötig sind und die Wirkstoffe auch nicht ultrahoch erhitzt werden müssen, um sie vor mikrobiellem Zerfall zu schützen. Das Allergiepotenzial der Naturstoffe sinkt dadurch auf nahezu null.

Wer profitiert davon?

Trotz ihrer Power sind die fermentierten Algen sehr sanft zur Haut, weil sie reiner und hypoallergen sind. Perfekt für sensible und trockene Hauttypen. Aber auch Naturkosmetik- Fans, die sich eine hochwirksame Pflege wünschen, können sich darüber freuen. Studien zeigten, dass durch die freigesetzten Zusatz-Vitamine und –Mineralstoffe die körpereigene Hyaluronproduktion angekurbelt und die Pigmentfleckenbildung reduziert wird.

Vielen Dank Frau Dr. Linke und Oceanwell für das Interview!

 

Meine Review zu den Produkten

Zellaktivierendes Meeres-Gel von Oceanwell

Diesem Wunderteilchen habe ich bereits vor längerer Zeit einen kompletten Artikel gewidmet. Die Firma Oceanwell aus Kiel setzt bei ihren Pflegeprodukten auf Algen und sogenanntes Qollagen, das aus Quallen gewonnen wird. Im Meeres-Gel ist die Laminaria-Alge enthalten, die in der Ostsee gezüchtet und im Frühsommer geerntet wird. Inzwischen hat das Gel eine neue Verpackung bekommen, ansonsten gehört es immer noch zu meinen liebsten After-Sun-Pflegeprodukten. Es kühlt und nährt die Haut optimal, wenn sie so richtig durstig ist. Angewendet wird das Gel wie eine Maske. Der Preis ist mit knapp 30 Euro eine ganz schön Ansage, lohnt sich aber.

 

Chili Shampoo von Hands on Veggies

Hands on Veggies habe ich auf der Vivaness entdeckt. Hier habe ich die österreichische Bio-Brand bereits erwähnt. Begeistert war und bin ich vor allem vom Chili-Shampoo. Einzig die Konsistenz ist ein wenig zu flüssig, finde ich. Damit kann ich allerdings leben, denn mein Haar hat nach der Anwendung tollen Grip, fühlt sich frisch gewaschen an, sieht aber nicht unbedingt danach aus – und das ist für mich ein echter Pluspunkt. Super für feines Haar wie meines! Das schreibt Hands on Veggies auf seiner Homepage zum Inhaltsstoff Chili: „Chiliferment wirkt durchblutungsanregend, wodurch Nährstoffe von der Haut besser aufgenommen werden können. In der Haarpflege werden dadurch das Haar und die Kopfhaut gekräftigt und der Haarwuchs gefördert.“ Der Preis ist mit ungefähr acht Euro unschlagbar. Ich habe das Shampoo bei Najoba, wie die meisten Produkte, die ich hier vorstelle, bestellt.

Whamisa Peeling Finger Mitt und Maske

Die Finger Mitts habe ich auf der Vivaness bekommen. Es gibt die Peelings für drei unterschiedliche Hautbefürfnisse. Sie sind super im Handling und werden wie eine Socke über die Finger gestülpt. Inzwischen habe ich alle drei getestet. Sie sind sehr großzügig getränkt, hinterlassen ein gepflegtes Gefühl, allerdings haben andere Peelings einen sicht- und spürbareren Effekt, wie ich finde. Da kommt es natürlich aber auch immer darauf an, was man möchte und wie oft man ein Peeling anwendet. Die Proben sind einzeln verpackt, kauft man sich allerdings die klassische Einheit, dann bekommt man 150g in einem Glastiegel für circa 32 Euro. Leider kann ich online nicht herausfinden, wie viele das in etwa sind.

Was Tuchmasken betriftt, bin ich, ehrlich gesagt, eine echte Spätzünderin. Irgendwie ist das auch ganz schön viel Abfall für so ein kurzes Vergnüngen. Die Sea Kelp Mask von Whamisa gewann im letzten Jahr einen Preis auf der Vivaness und nun habe ich sie mir endlich mal gegönnt. Und was soll ich sagen? Mein erstes Mal hat mich nicht enttäuscht. Die Tuchmaske besteht aus zwei getränkten Algenblättern, die auf die obere und untere Gesichtspartie gelegt werden. Zugegeben, man kann den Algenduft auch sofort riechen – bei geschlossenen Augen tauchte eine große Sushiplatte vor meinem Geiste auf. Insgesamt sorgen 32 Inhaltsstoffe für mehr Feuchtigkeit und helfen der Haut bei der Regeneration. Der Effekt kann sich auf jeden Fall sehen und spüren lassen. Für mich eine absolut tolle Maske mit einer intensiven Wirkung, die bei meiner zu Trockenheit neigender Haut eine echte Wohltat ist. Mit einem Preis von 14 Euro wird sie aber ein Ausnahme-Produkt bleiben.

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Was Kimchi, Sauerkraut und mein neues Shampoo gemein haben? Sie vereint ein Prozess, der sie länger haltbar macht und das Beste aus ihnen herausholt.