Fair Fashion – was bedeutet das überhaupt?

Was Fair Fashion betrifft, stecke ich sozusagen noch in den Kinderschuhen. Seit ich mich Ende 2016 dafür entschieden habe, ein bewussteres Leben zu führen und meinen ökologischen Fußabdruck zu verkleinern, war gleichzeitig klar, dass ich einen ganzheitlichen Weg einschlagen möchte. Auch für mich bedeutet das, in Zukunft noch konsequenter zu werden und das ist noch ein weiter Weg. Doch was bedeutet Fair Fashion eigentlich? Woran erkenne ich faire Mode und wo finde ich Labels, die diesem Begriff gerecht werden? Laura Mitulla wird zu Podiumsdiskussionen eingeladen, zeigt auf ihrem Blog The OGNC, was sich hinter dem Begriff Capsule Wardrobe versteckt und wie man einen minimalistischen und veganen Lifestyle fährt.

Was bedeutet für dich der Begriff Fair Fashion?

Laura: Für mich ist das eine ganzheitliche Geschichte, die bei den Rohstoffen beginnt. Fairness geht meiner Meinung nach über die gesamte Wertschöpfungskette. Wenn jemand fair bezahlt wird, aber trotzdem mit Pestiziden oder anderen gesundheitsschädlichen Chemikalien in Berührung kommt, ist es für mich nicht fair. Oft arbeiten die Firmen aus dem Fair Fashion Bereich mit dem GOTS-Siegel (Global Organic Textile Standard) und das bezieht sich sowohl auf die Materialien als auch auf die sozialen Standards und die Bezahlung. Hier könnt ihr mehr zum Thema Siegel in der Bekleidungs-Branche erfahren.

Laura Mitulla

Wie starte ich mit Fair Fashion?

Für mich wäre es absolut nicht nachhaltig, sich von allem Altem zu trennen und loszulaufen, um sich komplett neu in Fair Fashion einzukleiden. Ich mache das jetzt seit zwei Jahren und ich habe immer noch Kleidungsstücke, die von konventionellen Herstellern sind. Das Nachhaltigste wäre für mich, sich selbst zu fragen, was man denn von seinen aktuellen Sachen noch gerne trägt und diese dann auch aufzutragen. Ich habe zum Beispiel ein Kleid, das ich immer zu festlichen Anlässen anziehe und sogar an meiner standesamtlichen Trauung getragen habe und auch weiterhin tragen werde. Meine Familie ist so groß, dass es nach drei Familienfeiern immer noch keinem aufgefallen ist.

Woran erkenne ich ein Fair Fashion Label?

Das ist gar nicht so einfach. Ich würde als erst einmal auf das Material schauen. Wenn auf dem Etikett 100% Baumwolle steht, ist schon mal klar, dass es sich nicht um Biobaumwolle handelt, sondern, dass beim Anbau Pestizide eingesetzt wurden. Ob es fair produziert wurde, im Sinne von fairen Arbeitsbedingungen und fairer Bezahlung, kann ich dann als Kunde immer noch noch nicht erkennen, außer das Kleidungsstück trägt ein GOTS-Siegel, das sowohl die Materialien und die Arbeitsbedingungen abdeckt. Sind keine Infos vorhanden, sollte man die Marke anschreiben und nach der Lieferkette fragen. Im Fair Fashion Bereich haben die Marken in der Regel ihre Bedingungen, die sie an die Lieferanten stellen. Ob diese auch tatsächlich eingehalten werden, ist auch hier ohne Siegel schwer nachzuvollziehen, weil Reisen zu den Produktionsstätten meist angekündigt werden und das bietet ja auch genügend Zeit, um alles herzurichten und für den Kunden „schön“ zu machen.

Wo kann ich mich am besten orientieren?

Mia von Heylilahey hat einen ausführlichen Guide und führt viele Labels auf. Diesen findet ihr hier. Außerdem könnt ihr euch bei den Fashion Changers informieren. Dahinter stehen Vreni Jäckle, Nina Lorenzen und Jana Braumüller. Alle drei Gründerinnen kommen aus der Fair Fashion Blogosphäre und bringen viel Erfahrung und Know-how mit.

Mein Outfit: Die Jacke hat mir mein Mann genäht. Das Blusenkleid ist von Jan ‘n June, eins meiner liebsten Fair Fashion Labels aus Hamburg. Die Hose ist einige Jahre alt und am Knie inzwischen geflickt, sie ist von HOPE. Die Tasche ist ein Erbstück meiner Großtante

Wichtige Daten:

Wenn sich das Unglück von Bangladesh jährt, ruft seit dem Schicksalstag am 24. April 2013 die Fair Fashion Community zu einem bewussteren Konsum von Bekleidung auf. Auch dieses Jahr wird es in einigen Städten Demos geben. Mehr Infos dazu findet ihr auf meinem Instagram Account.

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