Mineralischer Sonnenschutz – meine Testprodukte 2021

Zu keinem Thema bekomme ich so viele Fragen gestellt wie zu mineralischen Sonnencremes. Ich teste nicht nur wie verrückt, ich tausche mich auch ständig über die neuesten Sonnenschutzprodukte auf dem Naturkosmetik-Markt aus. Hier auf dem Blog findet ihr einige Infos dazu. Welche mineralischen Sonnencremes, -lotions und Sticks mich diesen Sommer begleiten, erzähle ich euch gleich. Aber nun erst noch ein paar Zeilen zum Lieblingskriterium.

Das Weißeln

Ganz ehrlich: alle mineralischen Sonnencremes weißeln. Punkt. Die einen mehr, die anderen weniger; die einen nur zu Beginn, andere so lange sie auf der Haut sind. Unsere Haut und ihr Zustand haben übrigens großen Einfluss darauf, wie stark eine Creme weißelt. Auf trockener Haut ist der Effekt definitiv stärker als auf gut genährter. Dunkle Haare sind natürlich kontrastreicher, vor allem, wenn man die Creme in Haaransatz, Augenbrauen und Co. schmiert. Was außerdem logisch erscheint: Je höher der ausgewiesene LSF desto dicker ist die Konsistenz des jeweiligen Produkts, da der Anteil an UV-Filtern wie Zinkoxiden und / oder Titanium Dioxiden entsprechend höher ist. Wer also auf keinen Fall einen weißen Schleier – egal wie dezent oder stark – auf dem Gesicht oder Körper tragen möchte, sollte zu getönten Produkten greifen oder zu denen, die sich besonders gut einarbeiten lassen.

Ich habe meine Testprodukte in drei Kategorien eingeteilt. Alle waren auch für mich total neu. Here we creme!

Mineralische Sonnencreme für die ganze Familie

Wenn wir in den Urlaub fahren, möchte ich ein bis zwei Sonnenschutzprodukte dabei haben, die wir alle gern benutzen. Gar nicht so einfach. Lichtschutzfaktor 30 und 50+ müssen es sein und natürlich sollten die Produkte auch vor UV-A-Strahlung schützen. Der Preis spielt selbstverständlich auch eine Rolle, schließlich braucht man ne ganz schöne Menge. Diesen Sommer habe ich komplett neue Produkte getestet und musste feststellen, dass sich einiges getan hat in Sachen Handling und Weißeln.

Yu&I Sun Sonnencreme LSF 30 (mit UV-A-Schutz)

Diese Sonnencreme hat mich sehr überrascht. Ich kannte die Schweizer Marke vorher noch gar nicht. Entdeckt habe ich sie bei Mimulus Naturkosmetik in Hamburg. Auch wenn die Creme nicht so einfach aus der Tube möchte, weil die Konsistenz im ersten Augenblick sehr dick erscheint, lässt sie sich erstaunlich einfach verteilen und einarbeiten. Sie duftet ganz dezent und lecker nach Sommer. Wir benutzen sie alle gern.

Fazit zum Test der Sonnencreme von Yu&I LSF 30

  • Zieht schnell ein
  • Weißelt kaum
  • Ohne Nano-Partikel und ohne synthetische Duftstoffe
  • Wasserfest
  • Preis: 150 ml kosten 15,90 €
  • Shop local: In Hamburg bei Mimulus Naturkosmetik zu bekommen

Biosolis 50+ Sonnenmilch Babys & Kids (mit UV-A-Schutz)

 

Ein Sonnenschutz mit Lichtschutzfaktor 50+ ohne Duftstoffe ist so das, was ich grundsätzlich allen empfehlen würde, die empfindliche Kinder- und Erwachsenenhaut schützen möchten. An der Biosolis Sonnenmilch mag ich die überraschend leichte Konsistenz für eine 50er-Variante. Aus der Tube kommt sie in einem hellen Gelbton und sie lässt sich einfach verteilen. Da keine Duftstoffe enthalten sind, kann man die Inhaltsstoffe riechen. Das Sonnenblumenöl sticht recht deutlich heraus, finde ich. Außerdem enthalten sind Bio Aloe vera sowie Sheabutter, Sonnenblumenöl und Jojobaöl.

Fazit zum Test der Biosolis 50+ Sonnenmilch Babys & Kids

  • Leichte Konsistenz
  • Weiß-Effekt für einen 50er-Sonnenschutz echt gering
  • Ohne Nano-Partikel und ohne synthetische Duftstoffe
  • Wasserfest
  • Ecocert (Cosmetique biologique) zertifiziert
  • Vegan
  • Preis: 100 ml kosten ca. 22 €
  • Shop local: Bei Alnatura gelistet

Eco Cosmetics Sun Spray Sensitive 50 (mit UV-A-Schutz)

Ich habe jetzt mal ein Spray gekauft, weil ich das Auftragen von Sonnencreme bei Kindern echt nervig finde. Die Pumpflasche mit Sprühkopf macht das deutlich einfacher – vor allem beim Nachcremen am Strand. Dafür weißelt die Creme wiederum etwas mehr. Für mich aber noch in einem annehmbaren Bereich. Was ist nicht so ganz nachvollziehen kann bei diesem Produkt: Warum bei einer Sensitiv-Variante Duftstoffe enthalten sind. Wir vertragen sie aber alle gut und in den Urlaub kommt sie auf jeden Fall mit. 

Fazit zum Test des Eco Cosmetics Sun Spray Sensitive 50 (mit UV-A-Schutz):

  • Ganz einfach zu verteilen
  • Hinterlässt weiße Rückstände
  • Wasserfest
  • Vegan
  • Enthält ausschließlich Titandioxid (ummantelt mit Korund s. u.)
  • Ecocert bzw. Cosmos organic zertifiziert
  • Preis: 100 ml kosten ca. 22 €
  • Shop local: Bei Alnatura gelistet

Titandioxid (Titanium Dioxide) besitzt photokatalytische Eigenschaften, d.h. in Verbindung mit UV-Strahlung kann es zur Bildung von freien Radikalen kommen. Damit dies nicht passiert, wird es ummantelt, und das erfolgt in der Regel mit Aluminiumhydroxid (Korund). Chemisch unterscheidet sich diese Art von Aluminium von den in Deos oft eingesetzten Aluminiumsalzen. Wer als reine Vorsichtsmaßnahme auf Aluminium generell verzichten möchte, sollte sich einen Sonnenschutz ohne Korund bzw. Titandioxid suchen. Dafür muss man sich dann leider die INCI-Angaben durchlesen.

Sol de Ibiza Sun Stick / Natürlicher Sonnenschutz LSF 50 (mit UV-A-Schutz)

Super für eine Auffrischung oder für alle, die auf ihre Sonnenterrassen (Stirn, Nasenrücken, Wangen) einen extra Schutz auftragen möchten. Ich schwitze meine Sonnencreme gerade beim Sport draußen schnell runter und finde den Stick dann sehr praktisch. Den ganzen Körper würde ich damit nie einreiben. Dann wäre das Teil wahrscheinlich auch direkt aufgebraucht. Großes Plus ist hier natürlich die Verpackung aus Papier und die duftstofffreie Formulierung.

Fazit zum Test der Sol de Ibiza Sun Stick LSF 50

  • Praktisch wenn man schmutzige Hände hat, Sonnenschutz punktuell auftragen möchte oder eine Auffrischung braucht
  • Sehr dezentes Weißeln
  • Vegan
  • Ohne Titanium Dioxide und ohne Duftstoffe
  • Preis: 40 g kosten ca. 18 Euro
  • Konnte ich nur online finden: Sol de Ibiza

Mineralischer Sonnenschutz fürs Gesicht

Ich bin definitiv kritischer geworden bin, was Produkte betrifft, die auf meine Gesichtshaut dürfen – vor allem beim Thema Weißeln bin ich nicht mehr so kompromissbereit, wie ich es einmal war. Aber: Es gibt einige neue Formulierungen, die mich wirklich überrascht haben. Auch zwei getönte Sonnenschutz-Varianten sind mit dabei.

Pai British Summer Time Sensitive Sunscreen SPF 30 (mit UV-A-Schutz)

Ich habe ihn erst jetzt empfohlen bekommen und muss gleich vorweg sagen, dass dies der beste mineralische Sonnenschutz – ohne Tönung – für mein Gesicht ist, den ich bis dato getestet habe. Leichte Konsistenz, super Handling, weder klebrig, noch pappig, noch fettig, noch sonst irgendetwas. Fühlt sich richtig schön leicht an und erinnert überhaupt nicht an Sonnencreme. Heiße Empfehlung deshalb auch von mir!

Fazit zum Pai British Summer Time Sensitive Sunscreen SPF 30

  • Leichte Konsistenz
  • Für sensible Haut geeignet
  • Angenehmes Hautgefühl
  • Einfach einzuarbeiten
  • Keine weißen Rückstände sichtbar
  • Duftet nach Mandarine (etwas weihnachtlich)
  • Vegan
  • Preis: 75 ml kosten 44 Euro
  • Shop local: In Hamburg bei Werte Freunde

Laboratoires de Biarritz Alga Maris Getönte Sonnencreme LSF 30 (Teinte Beige) (mit UV-A-Schutz)

Um das Weißeln zu umgehen, bieten viele Marken getönte Produkte in unterschiedlichen Nuancen an. Ich benutze sie im Alltag super gerne, da sie automatisch den Hautton ausgleichen und mir das Auftragen von Foundation ersparen. Die 30er von Alga Maris fühlt sich schön leicht an, ohne zu doll abzudecken. Es gibt sie in 3 unterschiedlichen Nuancen. Dazu beraten lassen könnt ihr euch z. B. bei Werte Freunde in Hamburg.

Fazit zur getönten Sonnencreme von Alga Maris LSF 30 (Teinte Beige)

  • Getönte Formulierung mit mittlerer Deckkraft
  • Leicht aufzutragen
  • Kein Weißeln
  • Duftet leicht nach Vanille
  • Preis: 50 ml kosten 19,90 Euro
  • Shop local: Bei Werte Freunde in Hamburg erhältlich (inkl. Bester Beratung)

Mádara LSF50 Ultra-Shield Sonnencreme (mit UV-A-Schutz)

Wenn Mádara ein neues Sonnenschutzprodukt auf den Markt bringt, kann ich mich immer darauf verlassen, dass ich es gut finde. Was Konsistenz und Co. betrifft, sind sie einigen Marken weit voraus. Die getönte LSF 50 ist dieses Jahr herausgekommen. Leider gibt es aktuell nur eine Nuance. Für mich ist sie etwas zu hell zur Zeit. Die Konsistenz ist recht Make-up-like und deckend. Sie hinterlässt ein schönes und gepflegtes Hautgefühl.

Fazit zur getönten Sonnencreme von Mádara LSF 50

  • Getönte Formulierung mit hoher Deckkraft
  • Leicht aufzutragen
  • Kein Weißeln
  • Vegan
  • Ecocert (Cosmos natural) zertifiziert
  • Preis: 40 ml ca. 33 Euro
  • Shop local: in Hamburg bei Werte Freunde erhältlich (auch online)

Grown Alchemist Natural Hydrating Sunscreen SPF 30

Um ehrlich zu sein, ist dieser Sonnenschutz dabei, weil ich ihn für meine Handrücken richtig gut finde. Ja, i know! Ganz schön dekadent, aber fürs Gesicht ist er mir zu ölig und deshalb für die Handrücken genau richtig, da meine immer recht trocken sind. Mein Mann findet ihn überhaupt ziemlich gut, weil er so gar nicht weißelt – mineralischer Sonnenschutz ist und bleibt ein kontroverses Thema.

  • Ölige Konsistenz
  • Für trockene Haut geeignet
  • Hinterlässt keine weißen Rückstände
  • Vegane Formulierung
  • Preis: 50 ml kosten 36 Euro
  • Über greenglam.de erhältlich

V-Sun Catch The Sun 50 (Perfume free) – chemisch x mineralisch

Ich gebe es zu: ich gehe fremd. Diese Sonnencreme gehört nicht in die Kategorie Naturkosmetik. Sie ist ein Hybrid – made in Germany. Eine Mixtur aus chemischen UV-Filtern (z. B. Diethylamino Hydroxybenzoyl Hexyl Benzoate) und mineralischem (Titanium Dioxide). Warum ich sie hier mit einbinde? Weil ich immer und immer wieder gefragt werde, warum denn eigentlich mineralische Sonnencreme benutzen, wenn die chemischen Produkte doch so viel einfacher in der Anwendung seien und keine nervigen weißen Rückstände hinterließen. Kurz gesagt: Ich habe mich für Naturkosmetik entschieden, weil ich unsere Umwelt und meinen Körper vor schädlichen Inhaltsstoffen schützen möchte.

V-Sun kann ich euch empfehlen – ausschließlich die parfümfreie Variante –, wenn man bereit ist, einen Kompromiss einzugehen. Die Formulierung enthält chemische Filter, allerdings keine, die als gesundheitlich bedenklich oder schädlich für Korallen eingestuft werden. Außerdem würde ich die INCI-Liste der V-Sun Sonnencreme als clean (z.B ohne Polymere und Parabene) bezeichnen. Sie enthält auch einige Inhaltsstoffe, die häufig in der Naturkosmetik eingesetzt werden, wie Ectoin und Aloe vera. Die Creme hinterlässt ein gut genährtes und gepflegtes Hautgefühl.

Auch wenn ich die V-Sun Sonnencreme wirklich gut finde, werde ich weiterhin auf Naturkosmetik-Sonnencremes setzen. Wenn ihr Fragen zu diesem umfangreichen Thema habt, lasst mir sie gerne zukommen.

Ich wünsche euch allen einen schönen Restsommer und hoffe, ihr könnt gut geschützt die Sonne und ihre Wärme genießen.

Die wundervollen Fotos hat Lisa Winter geschossen. Alle Fotos: © Lisa Winter

 

 

 

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